Wann Pumpe, wann Schwerkraft
Immer wenn der Ablauf mit mindestens 1–2% Gefälle (1–2 cm pro Meter) zur Kanalisation oder nach außen geführt werden kann, wähle Schwerkraft — weniger Bauteile, keine Stromversorgung, kein Geräusch. Eine Pumpe kommt dort zum Einsatz, wo die Kondensatwanne unter dem Ablaufpunkt liegt: Wandsplits im Keller, Kassetten- und Kanalgeräte über abgehängten Decken, Innengeräte von Wärmepumpen in Technikräumen ohne nahen Anschluss.
Beachte: Im Kühlbetrieb erzeugt ein 3,5-kW-Split rund 0,5–1,0 l/h Kondensat, größere Kassetten und Wärmepumpen im Abtaubetrieb deutlich mehr. Die Pumpe transportiert nur das Kondensat — sie ersetzt kein korrektes Gefälle des nachgelagerten Schwerkraftabschnitts.
Auslegung von Förderleistung und Förderhöhe
Lege nach zwei Parametern aus: Förderleistung (l/h) und maximale Förderhöhe (m). Der Hersteller gibt die Spitzenleistung bei Förderhöhe null an — bei realer Höhe sinkt sie bis auf die Hälfte, lies daher aus der Kennlinie ab, nicht aus der Überschrift. Faustregel: Wähle eine Pumpe mit mindestens 2-facher Leistungsreserve gegenüber dem Kondensatanfall des Geräts und bleibe nie unter 70% der angegebenen Förderhöhe.
Peristaltik- und Mini-Pumpen (Einbau im Gehäuse oder im Kanal) liefern meist 6–15 l/h und 6–10 m Förderhöhe — ausreichend für Splits bis ~7 kW. Für Kassetten, Kanalgeräte, höhere Leistungen und Wärmepumpen verwende Behälterpumpen mit Schwimmerschalter mit 100–500 l/h. Die Förderhöhe zählt vom Pumpenniveau bis zum höchsten Punkt der Leitung, nicht bis zum Ablaufende.
Montage, Niveaufühler und Alarmschutz
Montiere Pumpe und Fühler (Detektor) exakt waagerecht — ein schräger Schwimmer verfälscht das Schalten. Führe die Druckleitung zuerst senkrecht nach oben bis zum Scheitelpunkt, dann mit Gefälle in Schwerkraft; vermeide lange waagerechte Druckstrecken. Setze auf der Druckleitung eine Anti-Siphon-Schleife (Schwanenhals) oberhalb des max. Wasserstands, damit Luft das Rücksaugen unterbricht und die Pumpe nach dem Stopp nicht nachtropft.
Verdrahte stets den Alarmkontakt der Pumpe (NC/NO) mit dem Gerätecontroller, sodass bei Überlauf der Verdichter bzw. der Kühlbetrieb abgeschaltet wird. Diese Überflutungsverriegelung ist Pflichtstandard — ohne sie endet ein Pumpenausfall in einer durchnässten Decke. Der Druckleitungsdurchmesser beträgt meist 6 mm (Peristaltik) oder mindestens 1/2" bei Behälterpumpen.
Inbetriebnahme, Service und typische Fehler
Gieße vor der Übergabe zur Kontrolle etwa 0,5–1 l Wasser in die Wanne und prüfe den vollen Zyklus: Einschalten, Entleeren, Stoppen sowie Alarmauslösung. Kontrolliere, dass kein Rücksaugen auftritt und das Gefälle nach der Pumpe das Kondensat weiterführt. Einen Siphon im Schwerkraftablauf hinter der Pumpe nur überlegt einsetzen — in Kombination mit einer Pumpe kann er Luftblasen bilden.
Die häufigsten Störungen sind ein mit Biofilm verschmutzter Schwimmer und eine verstopfte Wanne/Leitung — empfehle dem Kunden Reinigung und Biozid-Tabletten je Saison. Weitere Fallen: fehlende Anti-Siphon-Schleife (Nachtropfen), nicht waagerecht montierter Fühler, unterschätzte Förderhöhe und ein nicht angeschlossener Alarm. Pumpe klickt laut? Sie läuft meist trocken oder zieht Luft über eine undichte Verbindung.