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Wartung

Reinigung und Desinfektion von Wärmetauschern — Verflüssiger und Verdampfer von Klimaanlagen

Ein verschmutzter Wärmetauscher erhöht die Betriebsdrücke, senkt COP/EER und begünstigt Biofilm. Nachfolgend eine messwertgestützte Serviceprozedur für Verflüssiger und Verdampfer — nicht nach Augenmaß.

Warum es zählt — Auswirkung auf die Leistung

Ein verstopfter Verflüssiger erhöht Verflüssigungsdruck und -temperatur. Faustregel: pro ~1 K Anstieg der Verflüssigungstemperatur etwa 2–3% weniger Kälteleistung und entsprechend höhere Verdichterleistung. Ein verschmutzter Verdampfer senkt den Saugdruck, reduziert die Überhitzung und führt im Extremfall zu Lamellenvereisung und Flüssigkeitsrückschlag in den Verdichter.

Diagnostiziere mit Messgeräten, nicht visuell: vor der Reinigung Drücke, Lufteintritts-/-austrittstemperaturen, Überhitzung und Unterkühlung notieren. Nach der Reinigung zeigen dieselben Werte den realen Gewinn — das Aussehen der Lamellen allein ist nicht aussagekräftig.

Mittel und Werkzeug — was verwenden, was meiden

Aluminiumlamellen auf Kupferrohren sind pH-empfindlich. Verwende dedizierte Mittel: alkalische (schäumende) Reiniger bei fettiger Verflüssigerverschmutzung, saure nur wo der Hersteller es freigibt. Niemals Königswasser, Salzsäure oder aggressive Haushaltsentfetter — galvanische Al/Cu-Korrosion und Lamellenlochfraß folgen. Streng nach Datenblatt verdünnen (typ. 1:4–1:10) und auf neutralen pH spülen.

Werkzeug: Druck-/Pumpsprüher, Lamellenkamm zum Richten, weiche Bürste längs (nie quer) zu den Lamellen, trockener Stickstoff/Druckluft bei kontrolliertem Druck. Hochdruckreiniger nicht direkt in die Lamellen richten — sie biegen sich und Übertragungsfläche geht verloren. Zur Verdampferdesinfektion ein zugelassenes Biozid (z. B. quartäre Ammoniumverbindungen), keine reine Bleiche.

Ablauf — Verflüssiger und Verdampfer Schritt für Schritt

Verflüssiger: Spannung freischalten und LOTO anwenden, Lüftermotor und Elektronik abdecken. Losen Schmutz mit Druckluft von der Austrittsseite (gegen die normale Luftrichtung) ausblasen, Schaumreiniger auftragen, Einwirkzeit abwarten (meist 3–5 min, nicht antrocknen lassen), mit Niederdruckwasser von innen nach außen reichlich spülen. Verbogene Lamellen mit Kamm passender FPI-Teilung richten.

Verdampfer: Kondensatwanne entfernen/schützen, Siphon und Kondensatablauf reinigen und freilegen (häufigste Überlaufursache). Reiniger, dann Biozid gemäß Kontaktzeit des Datenblatts auftragen. Wanne und Kondensatpumpe reinigen und desinfizieren. Filter ersetzen oder waschen. Gefälle und freien Ablauf prüfen. Nach der Behandlung trocknen, zusammenbauen, Spannung herstellen und Kontrollmessungen wiederholen.

Fallstricke, Sicherheit und Intervall

Häufige Fehler: Bürsten/Waschen mit der Lamellenrichtung statt im Gegenstrom, Lüftermotor oder Lager durchnässen, sauren Reiniger ungespült lassen (Korrosion nach Wochen), Lamellen mit dem Hochdruckreiniger verbiegen, Wannendesinfektion beim reinen Lamellenreinigen auslassen. PSA tragen: Schutzbrille, chemikalienbeständige Handschuhe, Atemschutz beim Vernebeln von Biozid in engen Plena.

Das Intervall hängt von der Umgebung ab: Außenverflüssiger und gewerbliche Klimaanlagen mind. 1–2×/Jahr; staubige Standorte (Gastronomie, Industrie, nahe Pappeln/Bäumen) vierteljährlich. Verdampfer und Wannen in feuchten Komfortkühlsystemen — saisonal, mit Biozid-Desinfektion. Jeden Service mit Vorher-/Nachher-Werten dokumentieren — das ist der Wirksamkeitsnachweis und die Basis zur Beurteilung der Wärmetauscherdegradation.

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